Bloggerelite und Alpha-Yetis
Top-Blogger (schrecklicher Ausdruck) sind Yetis.
Es gibt nämlich keine, jedenfalls nicht in Deutschland. Das habe ich aus einer Mail gelernt, die mich als Reaktion auf ein anderes Posting erreicht hat und aus der ich – wunschgemäß anonym – einige Zeilen veröffentlichen will:
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statt Trackback, weil ich auf die Nerverei in meinen Comments oder bei Ihnen keine Lust habe.
Das Thema Topblogger ist nämlich so ein heißes, weil es gar keine gibt. Es gibt in der deutschen Szene nur Leute, die gerne Superstars WÄREN und einige wenige, die mit Müh und Not auf höhere Zahlen am Tag kommen, Suchmaschinen mitgezählt. Einige sind richtig gute Blogs, klar, aber Top-Blogger-Listen?
Die Liste bei Blogstats ist mit drei grandiosen Einschränkungen zu betrachten:
-Sie führt meines Wissens nur Blogs auf, die RSS einsetzen. Das sind nicht alle.
-Sie führt nur jene Blogs auf, die einen Ping absenden, das sind bei weitem nicht alle.
-Sie führt außerdem nur auf, welche Blogs, die diese beiden Voraussetzungen erfüllen, auf andere Blogs konkret verlinken. Also Inzest in Reinkultur.
Wer wie oft gelesen, gefunden oder im gesamten Netz gelinkt wird, kann man daraus nicht sehen, die Qualität der Inhalte schon gar nicht ablesen – und eine Live-Liste, auf die man mit weniger als 10 Verweisen in 10 Quellen kommen kann ist auch irgendwie keine “Top-Liste”, sondern eine Liste :-) auch wenn das wie gesagt ein Thema ist, bei dem die Emotionen gerade jener Leute hochkochen, die sich gerne als bloggende Elite sehen.
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Also, als völlig Alpha-Blog-unverdächtiger kleiner akadeMix mit, ich möchte mal sagen, überschaubaren Besucherzahlen darf man ja da bestimmt was zu sagen, ohne sich verdächtig zu machen: Es macht doch sowieso schlicht keinen Sin, für ein reines Publikationsformat Qualitätsranglisten auszurufen. “Die besten Weblogs überhaupt” ist genau so Unsinn wie “die besten Websites überhaupt” oder “die besten HTML-Dokumente überhaupt”. Sinn macht das immer nur als “Die besten Weblogs zu XYZ” oder “für XYZ” oder was auch immer. Besucherzahlen hin oder her.
Wenn aus dem Format wirklich noch was wird – mehr als eine Narzissten-Mode, meine ich – dann kommt immer mehr die thematische Ausdifferenzierung. Und ein Satz wie “Zu den Top-Blogs für Gastronomie-Interessierte gehört das von Abseits.de” macht ja jetzt schon Sinn.
Simon Hengel
21.04.05
in Surfen-Staunen-Zeit-totschlagen
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